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| 10.02. 2000 · Pongauer Nachrichten | |
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Metamorphosis begeisterten auf Schloss Goldegg
In jeder Gasse Kaffee getrunken
Goldegg. Die vier jungen M?¤nner auf der B??hne haben ihre Instrumente gewissenhaft studiert. Und sie haben zweifellos viel Musik geh??rt. Avantgardistisches: Die "Einst??rzenden Neubauten" wahrscheinlich, Arnold Sch??nberg, Anton von Webern, Igor Stravinsky sowieso und ??stliche Volksmusik und viel mehr.
Alle diese Einfl??sse haben die in Wien lebenden Musiker, die vorige Woche unter dem Namen "Metamorphosis" auf Schloss Goldegg gastierten, gleichsam in sich aufgesogen. Kaum zu glauben, das dieser breitgef?¤cherte Stilmix auch noch gut klingt, aber dem ist so. "Metamorphosis" (Martin Alacam, Richard Deutsch, Guitars; Christoph Pajer, Violine und Christof Rothaler, Cello) zeigen in teilweise rasender Geschwindigkeit das bunte Gro??stadtleben in genauen Arrangements auf.
Die vielf?¤ltigen Kulturen Wiens hat die tschechisch-??sterreichische Gruppierung regelrecht inhaliert. In Zweiundrei??igstel-Hetzjagten und lyrischen Verschnaufpausen inspizieren sie jede Gasse, besuchen ein jedes Viertel und bringen die Melodien und Rhythmen in ihren Eigenkompositionen unter. Nat??rlich sind die Besuche kurz, einen schnellen Kaffee lang. Das Motto der Kompositionen lautet: " Je schr?¤ger die Intervalle, ??ber die die rhythmisch verzinkten Melodien gelegt sind, desto besser." Und ihre dissonanten Akkordlinien bed??rfen nicht mal der Aufl??sung. Das virtuos vorgetragene Chaos bleibt einfach im Raum stehen. Und das komische dabei, es klingt einfach nach guter Musik.
Freilich, das Band, das sie bei dieser atemberaubenden Reise zusammenh?¤lt, bleibt immer sp??rbar. Es ist ihr klassischer Ansatz: Technische Brillanz, Pr?¤zision im Ensemblespiel, nur wenig Improvisation. F??r den Zuh??rer beginnt, wenn "Metamorphosis" die B??hne betreten, jedenfalls eine Reise mit der Achterbahn, auf den h??chsten Punkten hat man einen wunderbaren Ausblick auf Wien. W?¤hrend dieser Reise sch??ttelt, r??ttelt und zerrt es zwar. Aber sind die sch??nsten Reisen nicht die anstrengendsten?
Adolf Scharf |
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